Homepage / DF02 / Entwicklung / Testbericht aus Vol Moteur Nr. 197 (9/2002) Seite 2

 

Der Dritte der Serie

François Dedieu ist jetzt in Rente. Nachdem er lange als Landwirt tätig war, widmet er sich von nun an seinen Leidenschaften: seinen Aufgaben als Mitglied im Gemeinderat und als langjähriges Mitglied im Gyro-Club von Bois-de-la-Pierre, den er mit gegründet hat, und in dem er als Konstrukteur tätig ist. Sein Fluggerät ist die dritte Version desselben Typs. Die vordere Verkleidung hat sich sehr wenig verändert. Sie ist von einem sehr frühen Gyrokopter abgeleitet, den der Italiener Vittorio Magni in den Siebziger Jahren konstruierte: dem VM4.

Das erste Exemplar, das durch einen Flugzeugmotor angetrieben wurde, einen Continental mit 65 PS, war mit zwei Seitenrudern ausgestattet. Das nächste mit demselben Motor hatte drei Seitenflossen. Das aktuelle Modell ähnelt diesem sehr, ist jedoch mit einem Rotax 582 ausgestattet, der seine Flugleistung deutlich verbessert. Aufgrund ihrer geringen Gleitzahl sind Gyrokopter nämlich sehr empfindlich, was das Fluggewicht angeht. Die 50 eingesparten Kilos hatten einen großen Einfluss auf die Steigleistung und die Startrollstrecke.

Aufbau

Der Rahmen ist aus Vierkant-Stahlrohr autogen verschweißt. Das ist eine sehr wirtschaftliche Lösung, die den Vorteil hat, Vibrationen sehr gut zu dämpfen. Das Hauptfahrwerk ist mit einer aus dem Automobilbau stammenden Blattfeder versehen. Die vordere Radaufhängung ist aus hochfestem geschmiedetem Stahl und wird über die Pedale angesteuert. Die Verkleidung besteht aus Verbundmaterial in Sandwich-Bauweise. Die Scheibe ist wandelbar und wird durch dünne Stahlrohre gehalten. Die hintere Hälfte öffnet sich zur rechten Seite und kann in wenigen Minuten abgebaut werden, damit man auch halboffen fliegen kann.

 

François Dedieu ist Magni treu geblieben, was den Rotor, den Kopf und den oberen Teil der Vorrotier-Einrichtung angeht. Die Meisterleistung im Entwurf zeigt sich darin, dass der Rotor fast exakt mittig über dem Mast aufgehängt ist, ohne dass eine Korrektur des Aufhängepunktes mit Hilfe von immensen Seitenplatten nötig wäre. Natürlich verfügt das Fluggerät über einen horizontalen Stabilisator. Übrigens gibt es nur wenige, die darüber nicht verfügen. Die äußeren Seitenleitwerke sind fest, während das in der Mitte angeordnete Seitenruder als Pendelruder ausgeführt ist. Obwohl der Entwurf bereits einige Jahre alt ist, ist die Höhe der Schubeinleitung besonders gut platziert. Durch den etwas erhöhten Rumpf und den stehend eingebauten Motor konnte ein Schwerpunkt sehr nahe der Propellerachse realisiert werden. Diese Eigenschaft ist besonders angenehm im Flug, was wir später noch sehen werden.

An Bord

Obwohl François ihn nur in der Platzrunde fliegt, ist sein Apparat für Ausflüge zugeschnitten. Das Einsteigen ist leicht, da die Verkleidung ausreichend tief ist, um ohne Akrobatik die Schwelle überschreiten zu können. Die Position an Bord ist sehr bequem und die Mehrzahl der Piloten werden sich darin wohl fühlen, da das Gerät auf die große Gestalt von François zugeschnitten ist.

Nachdem er mir die Feinheiten der Vorrotiereinrichtung erklärt hat, es gibt praktisch für jedes Gyromodell eine eigene Technik, wirft er mir von außen den Motor über den Seilzug an.

Ich entferne mich zum äußersten östlichen Rand der Piste. Man kann ohne Sorge rollen durch die Neigung der vorderen Radaufhängung und die Fußpedale.

Mit blockierten Bremsen kupple ich langsam den Rotor ein. Nach ein paar Vibrationen nimmt er gleichmäßig Drehzahl auf, während ich zunehmend Gas gebe. Bei 180 Umdrehungen pro Minute lasse ich beide Hebel los, stelle den Rotor an und beginne langsam zu rollen. Der Rotor erreicht schnell 300 Touren und ich gebe Vollgas, um mich nach ein paar Metern in der Luft wiederzufinden. Ohne merkliches Drehmoment bleibt die Maschine gut in der Achse, als ich andrücke, um die Fahrt des besten Steigens von 90 km/h einzunehmen. Die Vibrationen im Knüppel sind ebenso wie die der Zelle gering. Erste Platzrunde, um Vertrauen zu fassen. Das stellt sich schnell ein, da das Verhalten der Maschine frei von sekundären Effekten ist, wie man sie bei der Mehrzahl der Eigenbauten antrifft.

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